Schirmherrschaft

Alexander Dobrindt - Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
Foto: BMVI/ Henning Schacht

Alexander Dobrindt

Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Schirmherr
VDEI-Akademie für Bahnsysteme

Grußwort

Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt übernimmt für die neue Legislaturperiode die Schirmherrschaft über die VDEI-Akademie für Bahnsysteme.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Attraktivität und Wohlstand des Wirtschaftsstandortes Deutschland werden entscheidend von einem reibungslosen Verkehrsablauf beeinflusst. Wo Wachstum generiert wird, ist wachsendes Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Dieses ist innerhalb eines integrierten Verkehrskonzepts wiederum nur zu schaffen, wenn das System Schiene eine tragende Rolle übernimmt. Der Bund unterstützt dieses verkehrspolitische Ziel insbesondere mit Investitionsmitteln in die Schieneninfrastruktur und den Kombinierten Ladungsverkehr sowie durch die Förderung von neuen Technologien zur Kapazitätssteigerung. In den nächsten Jahren werden aus Haushaltsmitteln für die gesamte Verkehrsinfrastruktur des Bundes insgesamt 5 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, wovon ein Teil auch auf den Verkehrsträger Schiene entfällt. Hinzu kommen Eigenmittel der DB AG für Investitionen und die Instandhaltung der Infrastruktur. Die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Schieneninfrastruktur ist erfreulich, zugleich aber auch dringend erforderlich, wie wir bei der Zustandsbewertung des Schienennetzes vielerorts feststellen müssen. Die zur Verfügung stehenden Modernisierungsmittel müssen deshalb so effizient wie möglich eingesetzt werden.

Doch nicht nur die Schieneninfrastruktur braucht einen nachhaltigen Modernisierungsschub. Auch die Finanzierungsgrundlagen für den Schienenpersonennahverkehr müssen auf eine längerfristige Grundlage gestellt werden. Die Regionalisierungsmittel, die der Bund den Ländern für die Bestellung einen attraktiven Nahverkehrsangebots auf der Schiene zur Verfügung stellt, sollen ab 2015 angepasst und ab 2019 im Rahmen der Bund-Länder-Finanzbeziehungen auf eine neue Grundlage gestellt werden. Gleichzeitig streben wir eine verlässliche Anschlussfinanzierung für das Bundesprogramm nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz für die Zeit nach 2019 an. Auch diese Finanzhilfen sind für die Zukunft eines leistungsfähigen schienengebundenen Nahverkehrs von erheblicher Bedeutung.

Eine weitere Herausforderung bleibt die Minderung des Schienenverkehrslärms, den wir bis zum Jahr 2020 schrittweise halbieren wollen. Ohne verbesserten Lärmschutz wird die erforderliche Akzeptanz für den Verkehrsträger Schiene nicht zu haben sein. Das Thema nehmen wir deshalb außerordentlich ernst. Neben einer Aufstockung der entsprechenden Investitionsmittel für Lärmschutzmaßnahmen und der Fortschreibung des lärmabhängigen Trassenpreissystems mit Umrüstungsanreizen auf geräuschärmere Bremssysteme an Güterwagen brauchen wir vor allem technische Innovationen, die sowohl die Fahrzeuge als auch die Schienenstrecken leiser machen. Wie die technologischen Entwicklungen gerade auch der deutschen Eisenbahnindustrie zeigen, sind hier deutliche Verbesserungen erzielbar, die wir so schnell wie möglich in den Wirkbetrieb des Schienenverkehrs implementieren wollen.

Das System Eisenbahn hat zweifellos Zukunft, wie sein anhaltender weltweiter Siegeszug zeigt. Zugleich ist es technisch hoch komplex. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Anzahl der Teilsysteme, die im Rahmen der Technischen Spezifikationen Interoperabilität (TSI) für den Hochgeschwindigkeitsverkehr und den konventionellen Eisenbahnverkehr definiert wurden. Die Beherrschung und Entwicklung von Eisenbahntechnik ist also auf eine breite Palette an Sachverstand angewiesen. Die große Zahl verschiedener Ingenieurberufe im Sektor Eisenbahnen spiegelt das wider. Bauingenieure sind für das System Schiene ebenso gefragt wie Ingenieure der Elektrotechnik im Hoch- und Niederfrequenzbereich oder Maschinenbauingenieure für die Konstruktion und Instandhaltung von Fahrzeugen und maschinellen Anlagen. Lärm- und Umweltschutzaspekte erfordern zudem die Einbeziehung weiterer wissenschaftlicher Experten. Auch spielen Informations- und Telematiktechnologien eine rapide wachsende Rolle, für die neben Ingenieuren auch Mathematiker und Informatiker verantwortlich sind.

Die Beherrschung der Eisenbahntechnik durch Hersteller und Betreiber ist eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherheit und die Zuverlässigkeit. Die technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Systems Schiene erfordert ein Höchstmaß an Verantwortung und Fachwissen bei allen Beteiligten. „Lebenslanges Lernen“ ist angesichts der dynamischen Entwicklung technischen Wissens und der ständigen Weiterentwicklung vorhandener, aber auch des Aufkommens neuer Technologien eine unabdingbare Voraussetzung. Hierbei ist es erforderlich, neben dem aktuellen Detailwissen im jeweiligen Fachbereich einen Blick für das Zusammenwirken der Teilsysteme zu behalten. Genau auf diesem Feld leistet der VDEI Beachtliches. Die Unterstützung der Weiterbildung der Eisenbahningenieure durch Fachveröffentlichungen und Fachtagungen des VDEI, unter anderem im Rahmen der VDEI-Akademie für Bahnsysteme, sind ein wesentlicher Beitrag für einen innovativen und sicheren Bahnverkehr in Deutschland, Europa und der Welt. Eisenbahn-Know-How made in Germany ist weltweit gefragt. An diesem hohen Renommée hat nicht zuletzt der VDEI erheblichen Anteil.

Für das weitere Engagement auf dem Feld der Weiterbildung wünsche ich dem VDEI und seiner Akademie alles Gute und viel Erfolg.

Alexander Dobrindt MdB

Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur